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Zurückgelassen im Regen - und niemand kam...

Als Daniela Ende Januar in Richtung Ponor in der Nähe von Sofia in Bulgarien fährt, weiß sie, dass dieser Ort nichts Gutes bedeutet.

 

Am Rand des Dorfes bei Sofia wird illegal Müll abgeladen.

 

Zwischen Plastik, Schutt und verwesenden Resten liegen dort auch Tierkadaver – sogar Köpfe von Pferden und Eseln.

 

Es ist ein Ort, an dem man Dinge hinbringt, die man loswerden will. Und dort stehen sie.


Kleine Welpen, vielleicht 45 Tage alt. Ihr Fell ist durchnässt, ihre Körper zittern.

 

Sie müssen den ganzen Tag im Regen verbracht haben, eng aneinander gedrückt, ohne Schutz, ohne Mutter. Als Daniela näherkommt, laufen sie nicht einmal weg. Sie wirken einfach nur müde. Die Mutter ist nirgends zu sehen. Kein Laut. Keine Spur.

 

Jemand hat diese Babys zwischen Müll und toten Tieren zurückgelassen – und ist einfach gegangen. In solchen Momenten entscheidet sich alles.


Daniela hebt sie auf. Einen nach dem anderen. Man spürt förmlich, wie leicht sie sind. Wie kalt. Und wie selbstverständlich sie sich tragen lassen, als wüssten sie, dass dies ihre einzige Chance ist.

 

Noch vor Ort beginnt das Organisieren. Telefonate. Absprachen. Eine Klinik finden, die sie sofort aufnimmt. Wenige Stunden später liegen die Kleinen endlich trocken und versorgt in Sicherheit.

 

Aber was sie jetzt brauchen, ist mehr als nur ein Dach. Sie brauchen gutes Futter, medizinische Tests, Impfungen. Sie brauchen Kraft, um zu wachsen. Und sie brauchen Menschen, die nicht denken: „Wie schlimm“ – und dann weitergehen.

Jetzt liegt es an uns, ob aus einer Nacht zwischen Müll und Kadavern ein Leben in Wärme wird.